wahrscheinlich…

…mache ich grade einen riesen fehler. ich treffe mich am wochenende mit dem lehrer. so dumm! wie nennt man das? mit anlauf ins unglück? klingt wie ein rosamunde pilcher roman. nur eben andersrum.

wovor laufe ich eigentlich weg? vor der auseinandersetzung mit den letzten monaten? vor mir? oh man…

es tut nur grade so gut abgelenkt zu sein. bis letzte woche war ich noch im dauerkontakt mit einem anderen mann. den habe ich jetzt einfach ausgetauscht, nur damit ich nicht in ein loch falle. mal sehen, wie lange ich mich verarschen kann und das gut geht.

die frage…

…nach dem wieso bleibt immer. wieso ich? wieso er? wieso diese oder jene entscheidung? oder auch keine? wieso dies oder das?

gestern abend allein zu sein, war eine bewusste, selbstgewählte situation in die ich mich gebracht habe. die intensität, mit der mich gestern die welle der einsamkeit überrollt hat, hat  mich überrascht. das kann daran liegen, dass ich in den letzten monaten kaum zeit mit mir allein hatte. an der tatsache, dass ich wusste, wie und wo er seinen abend verbringt. auf einmal machte es mich wahnsinnig. ich habe mich abgelenkt. mit mir und meiner gesellschaft, habe mir gutes getan, habe mich mit freunden ausgetauscht. ausschließlich dinge getan, die mich entspannen.

zwischendurch habe ich kleine berichte bekommen, wie er sich auf der party verhält. ich  war neugierig, aber nicht sicher, ob ich das alles hören und wissen wollte. es war trotzdem gut und beruhigend zu wissen, dass er nachdenklich war und lange gespräche geführt hat und damit nicht wieder in sein übliches verhaltensmuster zurückgefallen ist.

bringt es mich aber weiter? ist es noch zu früh für ein resümee der ganzen zeit?

einerseits ist es traurig, dass ich nichts von ihm höre. andererseits ist es doch genau das richtige. entweder würde man sich im kreis drehen, dinge sagen, die man nicht so meint,  vorwürfe machen oder aber, man würde einknicken, es vielleicht – wider des verstands – nochmal probieren. das sollte auf keinen fall passieren. wir sind zu unterschiedlich. in so vielen punkten. alles ist gut so wie es gekommen ist, da bin ich mir sicher. das muss jetzt nur noch in meinem herzen ankommen.

ich möchte…

…so viel mehr! und dabei stehe ich mir selber so sehr im weg.

ich weiß, dass wir die richtige entscheidung getroffen haben. er ist nicht verliebt. ich bin es nicht. und trotzdem – oder gerade deswegen? – haben wir seit unserer entscheidung jeden abend miteinander verbracht. gekocht. gelacht. geflirtet. geredet.

all das, was wir in den letzten 6 wochen unserer gemeinsamen 5 monate nicht getan haben, ging auf einmal wieder. zwischendurch. immer nur dann, wenn er wollte. stellte ich eine frage zu viel, blockte er ab. wie immer.

gestern hat er mich wieder belogen. wobei er nicht richtig lügt. er sagt mir einfach nur nicht alles. in seinen augen legitim. zumindest in der zeit vor mir. das waren 36 jahre. ich werde damit nicht leben. ich kann nicht mehr. ich will nicht mehr. warum ich allerdings gerade nicht schaffe das zu kommunizieren muss ich noch herausfinden.

ich muss mich ablenken. brauche neue impulse. zeit. für mich. ich will lieben. nur nicht so.

heute bin ich…

…mal wieder hier. gefühlt habe ich ewig nichts mehr veröffentlicht. ich war abgelenkt. allerdings nicht mit dem mann vom letzten beitrag. er hat sich so reingesteigert in unser kennenlernen, dass er völlig die realität aus dem blick verloren und mich überrannt hat. ich habe es also sehr schnell beendet. nicht nur wegen mir, besonders wegen ihm. er hatte sich komplett vergessen.

ich denke immernoch und immer wieder an den lehrer. wieso und weshalb habe ich immernoch nicht richtig verstanden. vielleicht liegt es daran, dass er nicht ehrlich zu mir gewesen ist und ich einfach bis heute keine ahnung habe, wieso. und bis heute eben auch die Wahrheit nicht kenne. vielleicht ist es eben auch nur meine neugier.

seit november gab es einen neuen mann. erklären, wieso ich mich angezogen gefühlt habe kann ich überhaupt nicht. mal wieder war er kleiner, hatte muskeln, wirkt aber trotzdem eher schmal. also passt er so gar nicht in mein beuteschema. wir haben es trotzdem bis gestern miteinander ausgehalten. in den letzten monaten haben wir immer wieder kurztrips gemacht und nach dem letzten festgestellt, dass wir nicht verliebt sind. gut, eigentlich habe ich ihn darauf ansprochen, ob wir so weitermachen wollen, wie in den letzten wochen – wir haben uns einfach immer weiter voneinander entfernt. ich habe mir einfach gedacht, dass das nach ein paar monaten einfach nicht so sein sollte. er weinte nachdem er es mir sagte. er verbrauchte einige taschentücher, wollte kuscheln, hat eine verabredung fürs wochenende mit mir ausmachen wollen und wollte nicht gehen.

ich bin und war selber nicht in ihn verliebt, habe die zeit aber sehr genossen. zu wissen, dass da jemand ist, wenn man spontan die idee hat für ein wochenende ans meer zu fahren, zusammen kochen zu wollen, in die sauna zu gehen… das alles ohne sich verabreden zu müssen. das war so angenehm. so leicht. ich konnte heute nicht zur arbeit gehen. denn das alles nicht mehr zu haben, macht mich traurig. es ist sicher egoistisch. ganz bestimmt sogar, aber, das ist einfach die wahrheit.

ich habe einfach überhaupt gar keine lust mehr mich zu daten. ich will nicht mehr ausgehen. ich mag das alles nicht mehr! vielleicht wird es besser, wenn jetzt die tage länger und wärmer werden. wäre ja schön. manche unternehmungen mache ich einfach lieber mit einem mann als mit meinen freundinnen. wieder gemein, aber die wahrheit.

die letzten…

…tage habe ich urlaub. es ist schön. und anstrengend. und wunderbar. ich war bei guten und weniger guten freunden. und am meer. an diesem und jenem ort. habe viel gesehen. viel gesprochen. einige zeit geschwiegen. habe einen mann getroffen, der mich irritiert hat. einen weiteren, der mich überrascht hat und den ich gern wieder sehen würde.

merkwürdigerweise habe ich mich von ihm verstanden gefühlt. ich kann schon nicht mehr zählen, wie häufig es mir passiert ist, dass mich männer nicht verstanden haben. sei es dann, wenn ich dinge von mir oder aber meinem leben berichtet habe. bei ihm war es anders. er wusste, was ich ihm sagen wollte, ohne, dass ich den satz zu ende bringen musste. er verstand meine wirren gedankengänge und fühlte sich oft genau gleich.

mitten im gespräch schaute ich ihn irgendwann an und fragte, ob er mal etwas von hochsensiblen menschen gehört hätte. er hatte. und er hat sich in der letzten zeit damit auseinander gesetzt. er hatte das gefühl, dass irgendwas mit ihm anders wäre als mit anderen. für ihn bin ich die erste, die ihn als solches erkannt hat. für uns beide eine neue situation. anschließend war das eis vollständig gebrochen und der tag wurde einfach nur schön.

ich bin noch unterwegs und hier nicht zu hause. er schon. ob wir uns wiedersehen? er sagt und will es. ich ebenso. ob es sich hält? das wird uns die zeit zeigen.

irgendwann…

…habe ich wieder eine dieser kostenlosen postkarten mitgenommen. der spuch dieser einen blieb mir allerdings im kopf:

irgendwann möchte ich die werden, die ich bin.

das ist nun schon einige jahre her und ich glaube gute fortschritte auf dem weg zu mir selbst gemacht zu haben und lerne täglich mehr. mal in kleinen, zarten, fast unmerkbaren schritten, aber auch in großen, lauten, schmerzhaften.

im moment ist wieder eine schmerzhafte phase. dieses phase in der man sich selbst nicht genug ist, obwohl die rahmenbedingungen scheinbar nicht besser sein könnten. ich habe freunde, gute freundinnen, ich habe verehrer, menschen die sich aufrichtig und ehrlich mit mir und meinem leben auseinandersetzen. ich habe einen job, der mich fordert, frustriert, verfolgt, enttäuscht und überrascht – jeder tag kann anders sein. und trotzdem… etwas fehlt.

jeden tag habe ich neue ideen. mal will ich meine stadt verlassen, meinen job aufgeben und irgendwo neu anfangen. dann folgen direkt zweifel: warum sollst du denn hier alles sichere aufgeben, nur um woanders genau gleich weiter zu machen? am anderen tag bin ich wieder überzeugt, dass nur ein wohnortswechsel mich glücklich machen kann und nichts anderes! wiederum will ich am nächsten tag ein haus kaufen, in meiner heimatstadt. dann will ich mich selbstständig machen oder mir einfach ein paar monate auszeit nehmen. dann bin ich glücklicher single oder heillos unglücklich und fühle mich unvollständig. lerne ich jemanden kennen, der aufrichtiges interesse hat kappsel ich mich ein und lasse ihn nicht an mich ran, verschiebe ständig verabredungen, suche neue ausreden,…

geht das noch lange so weiter? auch wenn ich schon etwas zu alt dafür bin: ich glaube ich stecke mitten in der quarter-life-crisis. ich habe alles und noch viel mehr. trotzdem fühle ich mich nicht glücklich und frage mich, ob das was ich habe mich bis zum rest meines lebens glücklich machen kann.

ich bin…

…verletzt und enttäuscht. ich hab mich täuschen lassen. mein blick war zu verklärt. zu viel gefühl hat mich dinge nicht sehen und akzeptieren lassen. 

aber was habe ich verloren? eine sicherheit, die keine war? ein paar monate? 

in ein paar tagen werde ich hoffentlich wieder klarer sehen und begreifen, dass ich wieder nur gelernt habe. 

ganz sicher!